Snow

Vom Schicksalsschlag zur Selbstständigkeit – Ein Projektbesuch in Anantapur


März 6, 2025    VFS

 
Sujata mit ihrem jüngsten Sohn und ihrer Nichte vor ihrem Imbissstand

Warum sind für uns Projektbesuche wichtig? Projektbesuche spielen eine entscheidende Rolle, um die Wirkung von Hilfsprogrammen direkt vor Ort zu evaluieren. Sie ermöglichen es, die Herausforderungen und Erfolge der Begünstigten aus erster Hand zu erleben, den Fortschritt der Hilfsprojekte zu beurteilen und wertvolle Erkenntnisse für künftige Projekte zu gewinnen. Der persönliche Austausch mit den Menschen vor Ort stärkt zudem das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen uns und den lokalen Gemeinschaften.

Am 23. Oktober 2024 besuchte das Team der Vicente Ferrer Stiftung im Rahmen unseres Hilfsprojekts „Alleinstehende Frauen stärken“ eine beeindruckende Mutter in einem abgelegenen Dorf im Bezirk Anantapur. Sujata* hat es mit viel Mut, Kraft und Entschlossenheit geschafft, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Ihr Schicksal steht stellvertretend für viele Frauen in Indien, die sich nach schweren Schicksalsschlägen eine neue Zukunft erarbeiten müssen.

Sujata verlor mit 34 Jahren ihren Ehemann und stand plötzlich allein mit zwei Kindern da. Ohne ausreichende finanzielle Mittel war es für sie extrem schwierig, den Lebensunterhalt für sich und ihre Söhne zu sichern. In ihrer Not begann sie, auf der Straße zu kochen und kleine Gerichte zu verkaufen. Doch die hohen Mietkosten für ihren Standplatz, die Kosten für das gemietete Geschirr und die Töpfe belasteten sie stark. Die Preise, die sie für eine Mahlzeit verlangen konnte, waren niedrig: Ein Tee kostet nur 5 Rupien, eine Mahlzeit etwa 70 Rupien – umgerechnet in Euro ist das nur ein minimaler Betrag.

Durch die Unterstützung der Vicente Ferrer Stiftung konnte Sujata sich endlich das benötigte Geschirr und die notwendigen Töpfe kaufen. Ihr Schwager zeigte sich solidarisch und stellte ihr einen Verkaufsstand zur Verfügung, sodass sie dort ihren eigenen kleinen Imbissstand einrichten konnte. Diese neue, festere Grundlage ermöglichte es Sujata, ihr Einkommen zu stabilisieren und ihre Kinder besser zu versorgen.

Sujata zeigt uns ihr neues eigenes Geschirr.

Heute betreibt sie ihren Imbiss erfolgreich und kann stolz darauf sein, was sie erreicht hat. Sie selbst sagt dazu: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal auf eigenen Beinen stehen kann. Diese Hilfe hat mir und meinen Kindern eine neue Zukunft gegeben.“ Sujata hat nicht nur ihre Lebensumstände verbessert, sondern ist auch zu einem Vorbild für andere Frauen in ihrer Dorfgemeinschaft geworden. Ihr Erfolg zeigt, wie wertvoll und wirkungsvoll gezielte Hilfsprogramme speziell für indische Witwen sein können.

Ihr Sohn Maahir* ergänzt: „Ich bin stolz auf meine Mutter. Sie hat für uns gekämpft und uns ein besseres Leben ermöglicht.“

Der Besuch vor Ort war für uns eine eindrucksvolle Erfahrung. Wir konnten aus erster Hand erleben, wie unser Hilfsprojekt das Leben von Sujata nachhaltig verändert hat. Ihr Beispiel ermutigt uns, weiterhin Projekte zu fördern, die Frauen in schwierigen Lebenssituationen helfen, wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen.

Sophia Köpke und Dr. Andrea Rudolph (letzte Reihe v.l.n.r.) mit Sujata, ihren Söhnen und anderen Kindern aus dem Dorf

 

Ein Besuchsbericht von Sophia Köpke

 

*Name zum Schutz der Person geändert.

 



 




Mit einer Spende Armut in Indien bekämpfen
und Perspektiven schenken.

© RDT