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Mein Weg in die Freiheit


August 28, 2020    VFS

 

Maheshwari’s Weg in die Freiheit

Maheshwari spielt seit neun Jahren in Bezirks-, Regional- und Nationalligen in Indien Hockey. Zum allerersten Mal spielte sie in der Schule Hockey. „Ich mochte den Wettbewerbsgedanken im Spiel. Hockey gab mir ein Gefühl der Freiheit. Aus einem Umfeld kommend, in dem die Küche der einzig wahre Ort für Frauen ist, war das Hockeyfeld mein einziger Weg in die Freiheit.”

„Ich stamme aus einem winzigen Dorf namens Vasanthapuram. Meine Mutter und mein Vater sind Bauern, und ich war die Erste in meiner Familie, die Sport trieb. Anfänglich wollten meine Eltern es mir nicht erlauben, Sport zu machen, weil ich ein Mädchen bin. Für Mädchen gehört es sich nicht, die Dorfgrenzen zu verlassen und Sport zu treiben.”

„Das Beste am Sport ist, dass ich mehr Selbstvertrauen und eine positivere Einstellung bekommen habe. Der Wettbewerbsgedanke des Spiels und die Möglichkeiten, die der Sport jungen Mädchen wie mir bietet, das sind die Gründe, warum mich Sport begeistert”, erzählt Maheshwari. “

Allerdings ist der Druck auf junge Mädchen in Indien von Seiten ihrer Familien immer noch groß, wenn es ums Heiraten geht:

„Viele meiner Freundinnen wurden von ihren Eltern verheiratet, viele im Alter von 16 Jahren. Ich habe Glück, ich habe den Sport zur richtigen Zeit gefunden.“

Diesen Druck spüren viele Sportlerinnen in Indien und das wirkt sich häufig auf die Leistung aus und beeinflusst so die sportliche Laufbahn. Für viele Sportlerinnen in Indien ist die erfolgreiche Boxerin Mary Kom eine Inspiration, aber im Hinterkopf ist immer die Angst, dass die Schwiegereltern es nach der Heirat nicht mehr erlauben, Sport zu treiben.

Maheshwari ist jedoch optimistisch, weil sich seit ihrer Kindheit bereits einiges zum Besseren gewandelt hat: „Eltern von Mädchen in meinem Dorf sehen jetzt zu mir und anderen Mädchen, die gute sportliche Leistungen erbringen, auf und ermutigen ihre Töchter, selbst Sport zu treiben. Einige konservative Familien mögen das nicht ausdrücklich fördern, aber zumindest haben sie jetzt keine Einwände mehr. Und auch Sportplätze und -geräte und das Training haben sich dank der Sportprogramme der Anantapur Sports Academy erheblich verbessert. “

 

Text: Nicola Love, Ernest Abhishek   Übersetzung: Vicente Ferrer Stiftung Deutschland



 



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