Snow

Wie die Eco Village Initiative ein Dorf rettete


Oktober 2, 2026    VFS

 

Mitten auf ihren sieben Hektar bewirtschafteten Landes steht Venkatalakshmi und zeigt auf die Obstbäume, die heute ihren Hof prägen. „Es gab eine Zeit, in der wir nur Erdnüsse anbauen konnten“, sagt sie. „Heute bauen wir Tomaten, Okra, Mangos, Zimtäpfel und viele weitere Gemüsesorten an.“

Für die 60-jährige Bäuerin ist dieser Anblick eine Erinnerung daran, wie sehr sich nicht nur ihr eigenes Land, sondern ganz Papampalle verändert hat. Das Dorf liegt in einer dürregefährdeten Region. Die Brunnen fielen häufig trocken, der Anbau war fast vollständig von Niederschlägen abhängig, und Landwirtschaft war oft nur während einer einzigen Saison möglich. Da es vor Ort nur wenige Erwerbsmöglichkeiten gab, suchten viele Familien Arbeit außerhalb des Dorfes, sobald die Ernten ausblieben.

„Als ich vor mehr als dreißig Jahren hierherkam, gab es keine verlässlichen Wasserquellen“, erinnert sich Venkatalakshmi. „Wasser gab es nur alle paar Tage. Es existierte nur ein einziger Bohrbrunnen, und Landwirtschaft war äußerst schwierig“, fügt sie hinzu.

Die Menschen passten sich so gut wie möglich an, indem sie dürreresistente Feldfrüchte anbauten und mit den begrenzten Ressourcen auskamen. Doch das grundlegende Problem blieb bestehen: Ohne Wasser konnten weder das Land noch die Lebensgrundlagen der Menschen gedeihen.

Erst mit der Eco Village Initiative der Vicente Ferrer Stiftung in Indien (RDT) änderte sich die Situation grundlegend. Durch Maßnahmen zur Regenwasserspeicherung, Bodenschutz und Grundwasseranreicherung verbesserte sich die Wasserversorgung im Dorf deutlich. Gleichzeitig erhielten die Landwirtinnen und Landwirte Schulungen zu nachhaltigen Anbaumethoden und effizientem Wassermanagement.

Für Venkatalakshmi bedeutete das einen Neuanfang. „Wenn Wasser vorhanden ist, können wir das gesamte Land bewirtschaften“, sagt sie. „Heute sind die Wasserstände ausgezeichnet. Wir können im Jahr unterschiedliche Gemüse anbauen und je nach Jahreszeit mehrmals ernten.“

Neben dem Ackerbau hält sie heute auch Rinder. Die Kombination aus Landwirtschaft und Viehzucht schafft ein stabiles Einkommen für ihre Familie. „Alles, was wir verdienen, investieren wir wieder in unseren Hof“, erzählt sie. „Wir sparen für Saatgut, für den Anbau und für die nächste Saison.“

Trotz aller Veränderungen bleibt ihr Alltag arbeitsreich. Nach dem Gespräch wartet bereits die nächste Aufgabe: Ein Teil der Tröpfchenbewässerungsanlage muss kontrolliert werden, anschließend müssen die Rinder versorgt werden. Für Venkatalakshmi gehören diese Arbeiten heute zu einem Hof, der Zukunft hat.

Ihre Geschichte steht beispielhaft für den Wandel, den viele Familien in Papampalle erlebt haben. Wo früher Unsicherheit den Alltag bestimmte, ermöglichen eine zuverlässige Wasserversorgung, nachhaltige Landwirtschaft und neue Einkommensquellen heute ein Leben mit deutlich besseren Perspektiven.

Text: Mathusree Menon und Vicente Ferrer Stiftung Deutschland



 




Mit einer Spende Armut in Indien bekämpfen
und Perspektiven schenken.

© RDT