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Unsere Corona-Hilfe in Indien

 

Wir sind seit mehr als 50 Jahren im Südosten Indiens tätig, um die unermessliche Armut der Landbevölkerung zu bekämpfen. Gemeinsam mit vielen Helferinnen und Helfern haben wir in der Vergangenheit schon viele Krisen und Kämpfe durchlebt, aber die aktuelle Situation ist neu und erfordert drastische Veränderungen im Leben von jedem von uns. Was wir jetzt brauchen und was zählt, ist weltweite Solidarität! Jeder von uns muss sich selbst schützen, um andere, schwächere zu schützen.

Besonders schwer werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die am stärksten von Armut betroffenen Menschen, die weder über ausreichende sanitäre Einrichtungen noch starke Gesundheitssysteme in ihrer Nähe verfügen, sein. Wir leisten Corona-Hilfe, indem wir die Menschen in unseren Projektgebieten informieren und darüber aufklären, welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden müssen, wie sie sich am besten vor dem neuartigen Corona-Virus schützen können, Masken und Desinfektionsmittel herstellen, die Versorgung mit dem Nötigsten, wie z.B. Nahrung, aufrecht erhalten und mit COVID-19 Erkrankte Personen in unserem Stiftungskrankenhaus behandeln.

 

Bedürftige Menschen bei der Verteilung Verteilung von Nahrung Corona Hilfe IndienÄrzte und Krankenschwester bei Corona-Übung im Krankenhaus Corona Hilfe Indien


Informationen aus den Projekten (Stand 26.06.2020):

 

Corona-Nothilfe

 

 

Unterstützung von Wanderarbeitern:

  • Wir unterstützen weiterhin Wanderarbeiter, die versuchen, nach Hause in ihre Dörfer zu gelangen. Die Stiftung unterstützt die Regionalbehörden, die den Transport koordinieren, indem wir die Wanderarbeiter mit Nahrung und Wasser versorgen und sie über das weitere Vorgehen und das Verfahren informieren. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: https://www.vfstiftung.de/die-odyssee/

Verteilung von Lebensmitteln: 

  • Seit dem 31. März wurden über 412.000 Mahlzeiten an bedürftige Menschen in Anantapur verteilt.
  • Seit Ende Mai verteilen wir täglich ca. 2.500 Mahlzeiten an bedürftige Menschen. Das liegt weit unter den 10.000 Mahlzeiten, die wir noch Anfang Mai verteilt haben. Der Grund für den Rückgang bei den verteilten Mahlzeiten sind die Lockerungen bei der Ausgangssperre, die es vielen Menschen wieder ermöglicht zu arbeiten und den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.
  • Viele Lebensmitteln für die Herstellung der Mahlzeiten, werden auch von Bauern, Unternehmen und Privatpersonen aus der Region gespendet. Wir sind überwältigt von der großen Solidarität der Menschen vor Ort. Ohne die selbstlosen Lebensmittelspenden der vielen Menschen wäre es uns nicht möglich, so viele bedürftige Menschen zu versorgen.
  • Bisher wurden mehr als 8.060 Lebensmittelpakete am Familien verteilt. Die Pakete enthalte enthalten Reis, Linsen, Öl, Mehl, Chilipulver, Salz sowie Seife.

Herstellung von Masken:

  • Bis zum 20. Juni konnten bereits 5.056.599 Masken hergestellt werden. Die Masken, die in den Kunsthandwerksstätten der Stiftung, sowie von mehr als 2.200 Menschen aus den Dörfern im Projektgebiet hergestellt werden, werden an die Menschen in den Dorfgemeinschaften, an Mitarbeitende der Stiftung, die bewusstseinsbildende Maßnahmen in den Dörfern durchführen, die Polizei sowie Regierungsmitarbeitende verteilt.

Medizinische Versorgung in unseren Krankenhäusern:

  • Das Stiftungskrankenhaus in Bathalapalli ist eines der ersten in Andhra Pradesh, das von der Landesregierung als COVID-19-Krankenhaus ausgewiesen wurde. Da das Krankenhaus über ein Labor für mikrobiologische Untersuchungen verfügt, werden dort Tests auf COVID-19 durchgeführt.
  • Seit dem 18. April werden dort auch die ersten Corona-Infizierten behandelt. Mit Beginn der Ausgangssperre wurden Schulungen für das medizinische Personal im Umgang mit COVID-19 Patientinnen und Patienten durchgeführt. Insgesamt verfügt Bathalapalli über 160 Betten für Corona-Infizierte. Um die Kapazität an Betten zu erhöhen, ist geplant das zur Zeit leerstehende Wohnheim für Krankenschwesterschülerinnen mit Patientenzimmern auszustatten. Die hierdurch neu entstehenden 200 Betten sind für Patienten vorgesehen, die auf ihre Entlassung warten oder nur leichte Symptome haben.
  • Auch während der Pandemie müssen wir weiterhin Geburtshilfe in unseren Krankenhäusern leisten und Schwangeren die notwendige medizinische Versorgung zur Verfügung stellen. Da das Stiftungskrankenhaus in Bathalapalli momentan ausschließlich Corona-Infizierte versorgt, ist die Abteilung für Geburtshilfe in die Klassenräume der Stiftungsfachschule umgezogen und die Patientinnen werden am neuen Standort betreut. Dort wurden im Mai 419 Babys entbunden. Weitere 750 Babys erblickten im Stiftungskrankenhaus in Kalyandurg das Licht der Welt.

 Wiederaufnahme der regulären Stiftungsarbeit:

  • In Andhra Pradesh im Südosten Indiens dürfen seit dem 30.05.20 Bauarbeiten unter bestimmten Auflagen – Abstand halten und Masken tragen – wieder aufgenommen werden. Das bedeutet, dass auch die Vicente Ferrer Stiftung mit dem Bau von Häusern und Stiftungsschulen wieder beginnen kann! Wir freuen uns sehr, dass auch in unseren Projektgebieten die Beschränkungen langsam gelockert werden und wir unsere Projekte fortführen können.
  • Seit dem 11. Mai wird die reguläre Stiftungsarbeit, neben der Corona-Nothilfe, wieder aufgenommen. 1/3 der Mitarbeitenden dürfen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, müssen sich aber an strikte Sperrstunden halten. Das öffentliche Leben ist nach wie vor auf ein Minimum reduziert.

Hier finden Sie einen Artikel zur unserer Corona-Hilfe in Indien: https://www.vfstiftung.de/der-kampf-gegen-covid-19-in-indien/

 

Allgemeine Informationen aus dem Programmbereichen


Programmbereich Inklusion

  • Es zwei Videos (Englisch und die Regionalsprache Telugu) in Gebärdensprache erstellt, in denen die wichtigsten Präventionsmaßnahmen von COVID-19 zusammengefasst sind. Auf das Bild oder diesen Link Klicken um zum Video zu gelangen.
  • Seit dem 20. März sind die Schulen für Kinder mit Behinderungen und die Wohneinrichtungen für Kinder mit Zerebralparese und geistiger Behinderung geschlossen. Die meisten Kinder kehrten zu ihren Familien zurück. Zuvor wurden sie noch zu den Präventionsmaßnahmen und Symptomen von COVID-19 unterrichtet.
  • Von den 1.341 Kindern sind lediglich 10 in den Wohneinrichtungen verblieben und werden dort von Mitarbeiterinnen der Stiftung betreut.
  • Die Kinder, die zu ihren Familien zurückgekehrt sind, werden regelmäßig von den Lehrerinnen und Lehrern kontaktiert, um deren Gesundheitszustand zu erfragen, an die Einnahme der Medikamente zu erinnern und sie mit Aufgaben entsprechend ihren Fähigkeiten zu versorgen. Hörgeschädigte Kinder werden per Videoanruf kontaktiert.


Programmbereich Gesundheit

  • Die 1.300 Waisen und Halbwaisen werden von Mitarbeitenden der Stiftung regelmäßig kontaktiert, um sicherzustellen, dass sie ausreichend Nahrung erhalten. Die schulische Entwicklung der Kinder wird insbesondere bei Schülerinnen und Schülern der Oberstufe (476) kontinuierlich begleitet, da die Kinder am Ende der 10. Klasse eine Abschlussprüfung ablegen müssen, die u.a. über eine mögliche Zulassung zur erweiterten Sekundarstufe entscheidet.
  • 14 der ursprünglich 47 Mädchen des Kinderhauses für Kinder mit HIV in Bathalapalli sind dort weiterhin untergebracht. Zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Mädchen. Die Kinder, die zu ihren Familien zurückgekehrt sind, werden von Mitarbeitenden betreut und die Einnahme der Medikamente wird überwacht.
  • Fünf der ursprünglich 42 Jungen des Kinderhauses für Kinder mit HIV in Kanekal werden dort weiterhin betreut. Zwei Mitarbeitende kümmern sich um die Jungen. Die anderen Jungen sind zu ihren Familien zurückgekehrt und werden von Mitarbeitenden betreut und die Einnahme der Medikamente wird überwacht.

 

Programmbereich Bildung

  • Wir vergeben die Stipendien für die 11. und 12. Klasse der erweiterten Sekundarstufe üblicherweise im Mai. Grundlage für die Stipendienvergabe sind die Ergebnisse der Abschlussprüfung der 10. Klasse sowie die Ergebnisse der Auswahlprüfung der Stiftung. Da die offizielle Abschlussprüfung aufgrund der Ausgangssperre noch nicht durchgeführt werden konnte, verzögert sich auch die Stipendienvergabe.
  • Seit dem 20. März werden die Schülerinnen und Schüler der Fachschule Anantapur (59 Schüler) und der Fachschule Bukkaraya (43 Schülerinnen) online unterrichtet. Die geplante Abnahme der B1 Sprachprüfungen für Deutsch durch das Goethe-Institut , für Französisch durch die Alliance Française und für Spanisch durch das Institute of Foreign Language and Culture im Juni kann nicht wie geplant erfolgen, da diese Institutionen momentan geschlossen sind. Es wird aber eine offizielle Prüfung durch die Sri Krishnadevaray University erfolgen. Die Absolventinnen und Ansolventen erhalten so ein indienweit anerkanntes Zertifikat, das sie für die Jobbewerbung  nutzen können.

 

Programmbereich Frauen

  • Die telefonische Beratung von Frauen wird weiterhin aufrecht erhalten.
  • Frauenhaus: Momentan leben 13 Frauen im Frauenhaus in Bathalapalli.
  • Berufsausbildungszentrum: Der Arbeitsbetrieb ruht, aber die fast 80 Frauen, die dort arbeiten, erhalten weiterhin ihre Gehälter und außerdem Lebensmittelvorräte, für ihre Familien. Viele der Frauen sind Witwen.

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