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Desai Ramadevi: “Wir wollen wie jeder andere Mensch behandelt werden”


May 21, 2019    VFS

 

„Menschen, wie ich, möchten wie alle anderen behandelt werden. Wenn ich die Premierministerin von Indien wäre, würde ich mich für die Bildung und das Wohlergehen von Menschen mit Behinderung einsetzen“, erzählt Ramadevi.

Die junge Frau aus Anantapur in Andhra Pradesh erkrankte im Alter von zwei Jahren an Polio, was Einschränkungen in ihrem Bewegungsapparat sowie eine Sehschwäche zur Folge hatte. Als Kind konnte Ramadevi daher nichts weiter tun, als im Haus zu bleiben. Obwohl die Menschen in ihrem Dorf für sie sorgten, fühlte sie sich immer zurückgewiesen. Sie wollte niemanden zur Last fallen und war fest entschlossen, einmal unabhängig zu sein.

Mit zehn Jahren wurde Ramadevi in das Förderprogramm der Vicente Ferrer Stiftung aufgenommen. Dort wurde sie darin bestärkt, zur Schule zu gehen. Um am Unterricht teilnehmen zu können, hat sie den Weg zur Schule kriechend zurückgelegt. Später wurde sie von Mitarbeitenden der Vicente Ferrer Stiftung ermutigt, in den Kunsthandwerkstätten zu arbeiten und ein Kunsthandwerk zu erlernen. Sie arbeitete zunächst in der Pappmaché-Werkstatt, wechselte dann aber aufgrund ihrer Sehschwäche in die Papierrecycling-Einheit.

Heute ist Ramadevi unabhängig und kann nun ihre eigenen Entscheidungen treffen: „Ich bin froh, arbeiten zu können und mir Dinge kaufen zu können, die ich haben möchte“, sagt Ramadevi. Ihre Kolleginnen und Kollegen sind ihre besten Freunde geworden, sie geben ihr den Mut, sich Schwierigkeiten im Leben zu stellen. Sie helfen ihr auch bei alltäglichen Aufgaben wie dem Waschen und Trocknen von Kleidung. Einmal im Monat und zu Feiertagen besucht sie ihr Dorf. Ihr Vater kann nicht mehr arbeiten und ihre Mutter ist krank und Ramadevi ist nun in der Lage, ihre Eltern gelegentlich zu unterstützen.



 



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